18.1.2020

Die Handballerinnen des Tuspo Heroldsberg haben am ersten Rückrundenspieltag der BOL für eine faustdicke Überraschung gesorgt: Durch eine hervorragende Mannschaftsleistung konnten sie dem bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter, der Bayernliga-Reserve der HG Zirndorf, nach einer spannenden Auseinandersetzung mit 25:24 die erste Saisonniederlage zufügen. Dieses Ergebnis erstaunt umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Tuspo-Damen zum einen mit Maren Kernstock und Alina Kaltenhäuser zwei verletzte Spielerinnen ersetzen mussten, zum anderen vor nicht einmal acht Wochen im Hinspiel in Zirndorf als vollkommen chancenloser Verlierer vom Feld geschlichen waren.

Entsprechend niedrig waren die Erwartungen im Heroldsberger Lager – und doch: Von Anfang an waren die Tuspo-Damen extrem präsent in der Abwehr und konnten auch, anders als über weite Strecken der ersten Begegnung, die Gästetorhüterin ein ums andere Mal überwinden. Kurz vor dem Seitenwechsel war dann auch das eigentliche Ziel der Partie erreicht: Tina Bothe, die zweifellos ihre beste Saisonleistung zeigte (das könnte man allerdings praktisch für jede andere Spielerin ebenfalls sagen!) und sechsmal erfolgreich war, traf zum 12:10, womit der Tuspo schon mehr Tore als im Hinspiel nach 60 Minuten erzielt hatte. Aber man hatte Blut geleckt, und in der Kabine nahmen sich die Heroldsbergerinnen während der Pause vor, den Tabellenführer so lange wie möglich zu ärgern: Vielleicht könnte der Trainer ja doch recht haben, der gesagt hatte, dass der Tuspo zu den zwei, drei Teams der Liga gehört, die in der Lage sind, Zirndorf zu schlagen, wenn alles zusammenpasst…

Mit der richtigen Mischung aus Selbstbewusstsein und Unbeschwertheit gingen die Tuspo-Damen die Herausforderung an, die erarbeitete Halbzeitführung zu verteidigen – und tatsächlich: Immer, wenn man der Meinung war, nun könnte die Begegnung zu Gunsten von Zirndorf kippen, wussten die Heroldsbergerinnen eine Antwort; selbst als die HG nach 48 Minuten mit 22:21 vorn lag, wurde das Heil nicht mit der Brechstange gesucht, sondern der Tuspo spielte die Angriffe ruhig und wiederholt erfolgreich zu Ende.

Knapp 60 Sekunden vor Schluss nahm der Gästecoach beim Stand von 24:24 eine Auszeit – und die verbleibende Spielzeit zeigte wie im Zeitraffer, was für diesen doppelten Heroldsberger Punktgewinn notwendig war: Eine aufmerksame Abwehr ermöglichte es einer insgesamt stark haltenden Torhüterin Michelle Grimm (die, wie es sich für einen guten Keeper gehört, auch einige Male – z.B. bei vier HG-Siebenmetern – den Pfosten hinhielt), den folgenden Zirndorfer Wurf zu entschärfen. Die verbleibende Zeit wurde überlegt heruntergespielt bis zu einer letzten druckvollen Ballpassage, die Johanna Bux kaltschnäuzig von der Linksaußenposition zum Siegtreffer abschloss. Der Rest ging im kollektiven Jubel unter.

Dass solche Leistungen wie gegen Zirndorf möglich sind, zeigt das Potenzial und die Entwicklung der jungen Tuspo-Mannschaft – man sollte Derartiges aber nicht jede Woche erwarten dürfen. Zumindest so viel Konzentration, dass es für einen Sieg gegen das Schlusslicht HC Cadolzburg langt, bei dem die Heroldsbergerinnen am kommenden Sonntag (26.1. – Anwurf um 19:30 Uhr [!] in Oberasbach) antreten, muss man jedoch schon verlangen. Die Fallhöhe könnte nicht größer sein!

Tuspo: Michelle Grimm (Tor); Tina Bothe (6), Lea Engelhardt, Amrei Werner, Johanna König, Ellena von Papp (3), Conny Macarei, Lea Lehmann, Eva Hofmann, Johanna Bux (9/4), Sarah Sörgel, Sandra Dummert (2), Kerstin Dummert (5).
Tore für Zirndorf: Evi Vogt (4), Michelle Schmidt (3), Lea Meyer (3), Kyra Pöppl (3), Constanze Becker (3/1), Anna Seidel (3/2), Ann-Kathrin Lehnert (2), Carolin Merkel (2), Selina Pöppl (1).

Schiedsrichter: Buck / Gimperlein (SV Puschendorf)
Zeitstrafen: Tuspo 5 (Werner 2, Engelhardt, Bux, K. Dummert) – Zirndorf 3 (Vogt, Lehnert, Merkel)
Siebenmeter: Tuspo 5/4 – Zirndorf 9/3.

 

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