10.10.2020

Nach mehr als sieben Monaten war es endlich wieder so weit: Die Handball-Damen des Tuspo Heroldsberg traten zu einem Punktspiel an – ganz planmäßig, so wie es der Spielplan der BOL vorgesehen hatte, ohne Corona-bedingte Verschiebungen oder Absagen; und auch das Ergebnis dieses Spieles könnte man als „planmäßig“ bezeichnen, denn beim Aufsteiger SG Kernfranken holten die Heroldsbergerinnen einen 29:21-Auswärtssieg.

Allerdings standen doch einige Fragezeichen hinter dieser Begegnung – sowohl was die Durchführbarkeit in Zeiten erneut steigender Infektionszahlen anbetrifft (die Gastgeber hatten ihre Zweifel an einem regulären Rundenstart in einem offenen Brief an den BHV geäußert), als auch im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit der Tuspo-Damen, die in der kommenden Saison mit Kerstin Dummert (Babypause) auf eine der erfolgreichsten Torschützinnen der letzten Jahre verzichten müssen. Dem entsprechend war zu Beginn der Partie auch ein wenig Nervosität in den Heroldsberger Reihen zu beobachten, die durch die Begleitumstände (Einhaltung des Hygienekonzepts, gewöhnungsbedürftiger Ball, rutschiger Hallenboden, „Praxisvorsprung“ der SG, die schon am vergangenen Wochenende in die Saison gestartet war) weiter genährt wurde. Erst gegen Ende der ersten 30 Minuten schwamm sich der Tuspo ein wenig frei und ging mit einem 12:8-Vorsprung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel (jawohl – auch das ist in pandemischen Zeiten erwähnenswert!) folgte die stärkste Phase der Heroldsbergerinnen, die in einer guten Viertelstunde ihre Trefferzahl verdoppelten und beim 24:14 (47.) sogar mit 10 Toren Differenz führten. Die restliche Spielzeit wurde dazu genutzt, allen 14 Spielerinnen ausreichend Einsatzzeit zu geben, was unter anderem Sophia Stöger nutzte, um sich mit ihrem ersten Damen-Pflichtspieltor für den Kauf eines Bierkastens zu qualifizieren.

Unter dem Strich stand also ein verdienter, leidlich souverän errungener doppelter Punktgewinn, dessen Aussagekraft aber kaum mehr sein kann als eine Momentaufnahme – unabhängig davon, ob die Saison 2020 / 21 „planmäßig“ fortgeführt werden wird. Wenn dem so ist, steht am kommenden Samstag (17.10.) um 20:30 Uhr [!!!] das nächste Auswärtsspiel bei der Bayernliga-Reserve des HBC Nürnberg (formerly known as „Post II“) an. Dort musste man in der letzten Runde zu ähnlich nachtschlafender Zeit antreten und hatte prompt die höchste Saisonniederlage kassiert. Die Gelegenheit zur Revanche wäre da – wenn man denn darf…

Tuspo: Michelle Grimm, Anna Friedrich (Tor); Maren Kernstock, Tina Bothe (5), Lea Engelhardt (1), Amrei Werner (1), Lea Lehmann, Ellena von Papp (10/3), Johanna König, Anni Stöger, Johanna Bux (7/4), Conny Macarei (4), Sandra Dummert, Sophia Stöger (1).
Tore für Kernfranken: Melanie Rother (8/1), Sophia Moser (5), Anja Hummel (4/1), Laura Hofmockel (3), Michaela Kukuk (1).

Schiedsrichter: Kaldung (TSV Stein)
Zeitstrafen: Kernfranken 2 (Kukuk, Hummel) – Tuspo 5 (Bothe, Engelhardt, Werner, König, Dummert)
Siebenmeter: Kernfranken 2/2 – Tuspo 7/7.

 

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